Saturday 12.July 2008

Munich Cup
Saturday, 12 July 2008 12:00
There are no translations available.

Heute war der große Tag: Houch und ich auf unserem ersten Workingtest. Für mich war es der allererste Workingtest als Teilnehmer überhaupt, für Houch immerhin der dritte. Aber der letzte lag fünf (in Zahlen 5!) Jahre zurück.
Gott sei Dank mussten wir erst gegen 12:00 Uhr dort sein, so blieb uns wenigstens das frühe Aufstehen erspart. Praktischerweise fand der 1. Munich Cup in Wörnbrunn statt, so dass auch eine lange Anfahrt wegfiel.
Nervös waren an dem Tag eigentlich nur Silvie (die mit Zukie startete) und Jane(die leider nicht dabei sein durfte).

Nach der Anmeldung sind wir erstmal mit den Hunden zu Fuß in Richtung Gelände gelaufen damit dringende Geschäfte erledigt werden konnten. Dort angekommen trafen wir auch gleich auf lauter bekannte Gesichter: Tanja, Jasmin, Ute, Ursula, Helmut und viele andere. Houch hat sich spontan in Ute verliebt bzw. in die Brezel die Ute verzehrte. Kjuna nutzte den großen schwarzen Hund als Kuschelobjekt - wurde aber leider ignoriert. In Houchns Alter hat man keinen Sinn mehr für junge Dinger.
Pünktlich mit dem Vorlesen der Startgruppen kam der Regen, der uns auch bis zum Ende der Veranstaltung nicht mehr verlassen wollte! Tja hätte ich doch die Regensachen eingepackt und mich in die Gummistiefel geschmissen.
Ich war mit Tanja und Jasmin in Gruppe 5 eingeteilt worden und auch noch die erste Startnummer!! Im Wartebereich angekommen konnten wir der Richterin erstmal lange beim dirigieren der Helfer zusehen - oh mein Gott was plant die Frau.
Ablenkung verschaffte ein Goldenrüde, dessen Besitzer gar nicht glauben wollte das Houch ein Rüde ist. Mitten in der Diskussion ob Rüden spontan das Geschlecht wechseln können wurden wir auch schon gerufen:

Station 5 - Lynn Stringer
Ein herzliches Hallo und sie erklärte die Aufgabe: Im Wald ca. 20 Meter im Bewuchs ein beschossenes Mark, falls nötig sollte man den Hund einweisen. Tja, abgeleint und schon fiel der Schuss und das Dummy flog. Die Richterin tippte mir auf die Schulter und mit einem fröhlichen Apport verschwand Houch im Bewuchs (wie zur Hölle handle ich einen Hund den ich nicht sehe???) ZACK da hatte er das Dummy schon und brachte es dem Helfer ? Doppelpfiff und Houch nahm den schwersten Weg zu mir! 19 Punkte!

Mit der Order sofort zur nächsten Aufgabe zu wechseln marschierten wir los. Just in diesem Moment dachte sich Houch das es eigentlich viel zu nass ist und nutzte meine Hose als Handtuch. Naja geteilte Nässe ist doppelte Freude. Bei Station 1 im Wartebereich legte er sich dann sofort hin und war sichtlich entspannt, obwohl auf der Wiese drei Aufgaben nebeneinander stattfanden und es dauernd krachte.

rauchend im Wartebreich zu Station 1
Foto von Oda Lipowsky

Es dauerte auch nicht lang und wir wurden aufgerufen. Der Richter erklärte uns kurz die Aufgabe und schon war auch die Leine ab.

Station 1 - John Drury
Doppelmarkierung auf der Wiese, das rechte erstgeworfene Dummy sollte zuerst geholt werden. Ich habe Houch gleich auf das rechte Dummy ausgerichtet und dann auf Richtererlaubnis geschickt. Erst überrannte er, ließ sich dann aber überraschend gut handeln. Blöderweise habe ich mich um 15 Meter verschätzt und als Houch das Dummy im Maul hatte konnte ich nur ungläubig staunen wo es letztendlich lag.
Beim Rückweg wollte er es dem Steward geben - war aber auch fies, der Steward war Steffi eine alte Bekannte. Schnell zum zweiten Dummy geschickt. Dieses hat er toll in den Wind bekommen und ohne den kurzen Schlenker zum Werfer (Michaela) wäre das perfekt gewesen. Hier gab's gerechtfertigte 11 Punkte.

Warten auf das Startzeichen
Foto von Oda Lipowsky

schicken auf das zweite Dummy
Foto von Oda Lipowsky

Houch startet durch
Foto von Oda Lipowsky

Striptease zum Zurückkommen
Foto von Oda Lipowsky

Schnell weiter zum bebaumten Wartebereich von Station 2. Dort versuchte Houch erst kurz sich als Schoßhund zu profilieren - das schöne weiße T-Shirt war ab sofort braun. Ich bekam ein Kompliment ob meiner schönen Flathündin?!?! und Houch die erste Portion Katzenfutter. Total entspannt warteten wir auf unseren Einsatz. Die Schwierigkeit bei dieser Aufgabe hatte ich auch gleich entdeckt. Der Schütze war Andrea unser Trainingspartner der letzten Monate!

Station 2 - Malcolm Stringer
Mark in den Wald. Entfernung ca. 60 Meter. Auf Richterzeichen losgeschickt und sofort gefunden. Dann leider kurz überlegt ob man es nicht doch Andrea bringt, aber auf Pfiff und Striptease zu mir gebracht. Leider haben wir kurz vorher Walter (den supertollen Onkel Walter) gesehen und Houch hat ganz leise gefiept. Das hat zu mächtig Punktabzug geführt. Nur 5 Punkte.

Abmarsch zu Wartebreich 3. Hier staute es sich etwas, also im Unterholz gemütlich gemacht, ein Corny gemampft und für Houch gab's Doping in Form einer Vitaminpaste. Meine Stripteaseeinlagen hatten sich inzwischen rumgesprochen und das T-Shirt war sowieso der Hit. Houch lag total entspannt im Wartebereich herum, der aufgrund der Staus etwas überfüllt war und hat sich nicht mal von Labbirüden oder gar Goldenrüden aus der Ruhe bringen lassen. Das erste nervöse Lebenszeichen gab es als die Dame neben uns den Picknickkorb auspackte. Da hätte er zuuu gerne mitgespeist. Gefühlte 300 Zigaretten, 1040 Lacher und 2 Kekse später waren wir auch schon dran ?

Station 3 - Marc Bettinson

Zweier Walk Up. Zuerst sollte der rechte Hund das linke vordere Dummy holen, dann der linke Hund das rechte vordere Dummy. Danach das ganze Spiel nach hinten. Diese Aufgabe könnte man auch "Miriams Tanzeinlage" nennen. Aber der Reihe nach. Wir liefen los, Houch schaute in der Weltgeschichte herum. Der Schuss fiel, Houch schaute immer noch, das Dummy flog und Houch schaute. Leider überall hin - nur nicht zum Dummy.
Der sehr nette Richter stand neben mit und meinte ich solle mir Zeit lassen, den Hund gut ausrichten und dann einweisen. Gesagt getan. Vor lauter Aufregung bemerkte ich erst gar nicht dass der Richter mit"handle". So standen wir nebeneinander und tanzten und brachten den Hund zum Dummy (peinlicherweise wussten weder Richter noch ich wo es wirklich lag). Der zweite Hund war superschnell und so gab's auch schon die Richteranweisung für den zweiten Teil "turn around the moment my hand goes up". Na gut ? wir laufen und er hebt die Hand, Houch und ich drehen uns um, die Pistole streikt - alles von vorne. Wir laufen, der Richter hebt die Hand, wir drehen uns um, die Pistole streikt. Dann sagte der Richter "turn around, when you hear the shot". Gut, wir laufen weiter, endlich fällt der Schuss und wir drehen uns um. Houch passt wieder nicht auf als das Dummy fliegt, rennt aber schnur stracks zum Helfer (der sich mit dem Dummy fast selber erschlagen hätte) und kommt so schnell zum Dummy. Der Richter ist begeistert "Oh he can mark" "Good girl" Hee ich bin doch kein Labbi. Für das zweite Mark nach hinten haben wir uns gar nicht umgedreht. Zur Belohnung gibt's für Houch eine handvoll Leckerlis und seinen Tennisball. Vom Richter gibt's für diese unterhaltsame Vorstellung 15 Punkte!

Beim Rückweg in den Wartebreich erwarteten mich kichernde Teilnehmer - diese Tanzeinlage war wohl sehr albern anzuschauen gewesen. Schnell zu Station 4 gegangen, dann haben wir es hinter uns. Keine wartenden Teilnehmer, wir konnten gleich anfangen.

Station 5 - Roger Tozer
Einweisen ins Suchengebiet. Als Hilfe gab der Schütze einen Schuss in Richtung Dummies ab. Hinter einem markierten Baum lagen derer drei, eins sollte der Hund bringen. Hund abgeleint, Schütze schießt. Ich schicke den Hund, der stoppt einen Meter zu früh, bekommt Wind, apportiert das Dummy und PINKELT!!!! Depp der! Gott sei Dank hat es der Richter nicht als Pinkeln erkannt sondern nur als Stoppen, so gab's dennoch 18 Punkte!

54 Teilnehmer waren gemeldet, davon sind 41 angetreten. 24 haben bestanden. Wir haben mit 68 Punkten den 23ten Platz mit dem Prädikat "gut" belegt.
Und auch wenn die 5 Punkte bei Aufgabe 2 ärgerlich sind, weil sie sooo unnötig waren, bin ich doch stolz auf den Buben, das er den ganzen Tag total entspannt und friedlich mit mir am Workingtest rumhing. Und das obwohl wir nur 6 (in Worten sechs!) mal zusammen trainiert haben!
Ich danke Jane für die "Leihgabe" und das in mich gesetzte Vertrauen mit ihrem Hund zu trainieren und zu starten.

Nach der Ankunft bei mir daheim bekam Houch sein wohlverdientes Abendessen, seine flattypische Maulschlecksession mit Zukie und ein großes Stück Rinderkopfhaut zum Knabbern.

Die nächste Möglichkeit das Tanzduo zu sehen wird in Ödensee sein!
Mitleidsbekundungen, Lobeshymnen, Beschwerden u. ä. bitte an jane [at] scox [dot] de - es ist ja immerhin ihr Hund :-)

Read more